StartApril 2008: Antrag zum Umgang mit Graffiti

April 2008: Antrag zum Umgang mit Graffiti

Antrag der SPD-Abteilung Lehrte-Kernstadt (durch Maren Thomschke)

 

„Der Rat der Stadt Lehrte / der Jugendhilfeausschuss möge beschließen:

Zum Umgang mit dem Bereich „Graffiti“ seitens der Stadt Lehrte dient folgendes Konzept als verbindliche Handlungs- und Entscheidungsgrundlage:

Konzept zum Umgang mit „Graffiti“ in Lehrte

Jugendamt und Jugendarbeit der Stadt Lehrte koordinieren alle Maßnahmen im Bereich „Graffiti“, dazu zählen:

- die Information von Jugendlichen über die Möglichkeit zur Bereitstellung von Angeboten für legale, betreute Graffiti-Projekte bei ausreichendem Interesse
- die Durchführung, Vermittlung und / oder Begleitung von Graffiti-Projekten und -Aufträgen durch Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen aus Jugendeinrichtungen
- die direkte Absprache der Sprayer über Inhalt und Kosten der Graffiti-Gestaltung mit den Auftraggebern
- die sofortige Entfernung illegaler Graffiti.

Das Konzept ist zunächst für die Dauer von 2 Jahren angelegt, nach Ablauf dieser Frist erfolgt eine Auswertung durch Jugendamt und Jugendarbeit, um ggf. Korrekturen und / oder Ergänzungen zu ermöglichen.


Begründung:

Seit ca. einem Jahr wird in den zuständigen Gremien der Stadt Lehrte eine intensive und kontroverse Diskussion zur Frage, wie in unserer Stadt mit dem Thema „Graffiti“ umgegangen werden sollte, geführt. In dieser Zeit wurden Einschätzungen und Handlungsempfehlungen von Experten aus unterschiedlichen Bereichen eingeholt (Polizei, Jugendarbeit Hannover, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen), die aufgrund der jeweils zugrunde liegenden Perspektive z.T. voneinander abweichen.
Für die SPD-Fraktion hat sich nach dieser umfassenden Phase der Information folgendes Bild ergeben:
1.In Lehrte gibt es nach wie vor eine Szene aktiver Sprayer, die in zeitlichen Abständen auch für illegale Graffiti verantwortlich sind. Das heißt auch, dass für einen bestimmten Kreis von Jugendlichen große Faszination von diesem Thema ausgeht.
2.Die These, dass legale Graffiti-Projekte das Auftreten illegaler Graffiti verstärken, konnte – ebenso wie das Gegenteil – nicht bestätigt werden.
3.Das bisher in Lehrte umgesetzte Konzept als Mischung aus präventiven und repressiven Maßnahmen hat sich bewährt und sollte fortgeführt werden.
4.Konkrete Beispiele wie die Gestaltung der Tunnels „Richtersdorf“ und des Bauzauns am sog. „Neisecke-Block“ belegen, dass Graffiti-Projekte zur Integration von Interessen Jugendlicher und dem Wunsch nach der Verschönerung „nackter Flächen“ beitragen können.
Die SPD-Fraktion kommt daher zu dem Schluss, dass die Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme von Angeboten für legale Graffiti-Projekte im Sinne eines präventiven Schwerpunktes bei entsprechendem Interesse seitens der Jugendlichen in Lehrte wünschenswert ist. Um für alle Beteiligten eine einheitliche und verbindliche Handlungsgrundlage zu schaffen, soll das o.g. Konzept verabschiedet werden. Das Konzept orientiert sich an den von der Stadt Lehrte bisher durchgeführten und von der Verwaltung dargestellten Maßnahmen (vgl. Vorlage Nr. 017/2008).

 

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